Margret Bilger
Graz 12.08.1904 – Schärding 24.07.1971

Bekannt wurde sie zuerst für ihre ´Holzrisse´. Diese stellen eine Abwandlung des expressionistischen Holzschnitts dar. Margret Bilger ist damit eine der wenigen Frauen ihrer Zeit, die ein unverwechselbares druckgraphisches Oeuvre hinterließen.
Seit 1950 war sie erfolgreich als Glasmalerin mit Fenstern für Kirchen in Österreich, in den USA und Deutschland. Als Glasmalerin hat Margret Bilger ein einzigartiges und umfangreiches Werk geschaffen.
Vertreten auf der Biennale von Venedig (1952), auf Ausstellungen in New York (1952 und 1956), ausgezeichnet mit der goldenen Medaille auf der Internationalen Ausstellung für christliche Kunst (Wien 1954), lag der Höhepunkt ihrer öffentlichen Erfolge in den 1950er Jahren.
Als es mit dem Aufkommen neuer Strömungen seit den 1960er Jahren ruhig wurde um Margret Bilger, entstand ihr außerhalb Oberösterreichs bisher noch kaum beachtetes Spätwerk: Textilarbeiten, Hinterglasbilder, Aquarelle und Zeichnungen.
In Graz am 12. August 1904 geboren, zog sich die Künstlerin nach dem Studium in Wien und gescheiterter erster Ehe in Graz mehr und mehr zurück in das großmütterliche Haus im oberösterreichischen Taufkirchen an der Pram.
Sie lernte 1938 Alfred Kubin kennen, der als freundschaftlicher Ratgeber die Qualität ihrer Holzrisse zuerst erkannte und in der Kunstwelt für sie eintrat.
Das glasmalerische Werk entstand in der Werkstätte des Klosters Schlierbach OÖ, das zu einem zweiten Lebensmittelpunkt wurde.
Margret Bilger heiratete 1953 den vom Bauhaus kommenden Maler Hans Joachim Breustedt (1901-1984), sie konvertierte 1966 zur römisch-katholischen Konfession und starb am 24. Juli 1971 in Schärding am Inn.